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Sep 18

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SOAP Schema – Pharmazeutische Betreuung mit Fallbeispiel

aporexFallbeispiel:

Ein Patient kommt mit einem Rezept in die Apotheke: Verordent sind Furosemid 40 mg und Captopril 25 mg. Auf Nachfrage antwortet der Patient, dass er das Captopril erst seit neuestem habe und nicht so gut vertrage, weil er mit starken Kreislaufproblemen darauf reagiere. Der Arzt hätte ihn nur vertröstet und sich nicht um das Anliegen des Patienten gekümmert. Mit dem Furosemid hätte er lange Zeit keine Probleme gehabt.

Frage: Bitte erarbeiten Sie ein SOAP-Schema, Was ist hier „Subjektiv“, Assesment und der Plan?

Subjektiv:

  • – Massive Kreilaufprobleme wegen Captopril
  • Der Arzt hört nicht zu

Objektiv:

  • – Hypertonikerin

Assessment:

  • – Captopril ist neu und verursache massive Kreislaufprobleme. Captopril vertrage sie daher nicht. Furosemid sei nicht der Übeltäter, da sie das schon lange nimmt.  Der Arzt nehme ihre Probleme nicht ernst. Der ACE-Hemmer kann besonders zu Anfang der Therapie einen starken Blutdruckabfall und schwindel verursachen.  Stichwort First-Dose-Effekt!

Plan:

  • – Einen Betreuungsplan erstellen und den Patienten schulen und motivieren. Captopril sollte einschleichend dosiert werden. Die Nierenfunktion sollte regelmäßig überwacht werden. Eine vorübergehende Absetzung des Furosemid könnte sinnvoll sein.

 

Klinische Pharmazie ist eine neue Disziplin in der Pharmazie. Seit dem Jahre 2001 ist die Klinische Pharmazie, durch die Änderung der Approbationsordnung für Apotheker, ein weiteres Prüfungsfach für das zweite Staatsexamen der Pharmazeutischen Prüfung. Die Klinische Pharmazie ist ganz besonders in Großbritannien im Gesundheitssystemfest verankert und wir zudem Leistungsgerecht honoriert. In Deutschland nimmt der Einfluss der Klinischen Pharmazie allmählich  zu.  Im Fokus der Klinischen Pharmazie steht der Patient und die Arzneimitteltherapie. Zu den Werkzeugen und Schwerpunkten der Klinischen Pharmazie gehören vor alle die Pharmazeutische Betreuung, die Steigerung der Compliance, Vermeidung Arzneimittelbezogener Probleme, die Pharmakoepidemiologie und -ökonomie, Bewertung der Arzneimittel, die Pharmakovigilanz und vieles mehr. Für weitere  Informationen bitte medizinische Fachbücher hinzuziehen.

Noncompliance und ihre Folgen:
Ein großes Problem stellen heutzutage die Arzneimittelbezogenen Probleme dar. Noncompliance ist beispielseise ein ABP. Die  Kosten die durch nicht eingenommenen oder nichtordnungsgemäß eingenommen Arzneimittel in Deutschland werden auf etwa 10 MRD € im Jahr beziffert. Unter Compliance versteht man das kooperative Verhalten und die Therapietreue des Patienten. Ursachen einer Nichtcompliance, also Noncompliance könnten sein:

  • die Angst  des Patienten vor Nebenwirkungen oder UAW
  • die schlechte Kommunikation zwischen Arzt, Apotheker und Patient
  • die Art der Erkrankung (Beispielsweise haben Hypertonie Patienten in der Regel eine schlechte Compliance, da es ihnen ja gut gehe Stichwort: Folgeerkrankungen, bei Krebs haben Patienten in der Regel eine höhere Compliance, Leidensdruck und Kampfgeist
  • ein für den Patienten zu unverständliches Komplexes Therapieschema oder Behandlung

Um die Noncompliance zu vermeiden springt hier die Pharmazeutische Betreuung ein. Sie kann gefördert werden durch das individuelle informieren des Patienten, die Motivation, Vereinfachung sowie Überwachung der Therapie und vor allem die Therapiebetreuung / Pharmazeutische Betreuung! Ein Werkzeug, bzw. ein Mittel was eingesetzt werden kann ist das SOAP Schema.

Das SOAP (subjective objective assessment plan) Schema dient zur Entdeckung und Beseitigung von arzneimittelbezogenen Problemen.

  • S – Sammeln von  subjektiven Patientenangaben zu subjektive wahrgenommenen Beschwerden und Problemen) Beispiel: Patient klagt über Schmerzen an der Hüpfte.
  • O – Sammeln von objektiven Messdaten bzw. Laborergebnise, Anamese. Beispiele: renale Clearance (50 ml/min), Blutdruck Wert:  90/153mmHg
  • A  – Analyse/Assessment: hier wird aufgrund aller gesammelten Daten eine Problemanalyse durchgeführt und alle objektiven und subjektiven Daten beurteilt. Welches arzneimittelbezogene Problem liegt vor? Was ist die Ursache? Z.B.: Überdosierung, Wechselwirkung, Interaktion, Noncompliance
  • P – Der Plan und welche Maßnahmen und Möglichkeiten schlägt man aufgrund der Zugrunde liegenden Daten vor? Wie kann man die arzneimittelbezogenen Probleme lösen: Wie kann man die Compliance verbessern? Wie kann man die Medikamentenwechselwirkung beseitigen? – Medikationsumstellung?

Quellen:

– Wikipedia Artikel
– Uni Bonn Referate
– Deutsche Apotheker

 

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