Versuch B1: Mischungshomogenität von Suspensionssalben
Anhand dieses Versuches wollen wir herausfinden durch welche Herstellungsmethode die Homogenität einer Suspensionssalbe am besten gewährleistet ist. Als Wirkstoff haben wir Salicylsäure verwendet, die Salbengrundlage war Vaseline. Wir haben drei verschiedene Rührtechniken angewandt: Topitec, Unguator und von Hand. Hierbei haben wir darauf geachtet, dass Rührzeit und Geschwindigkeit bei der Herstellung mit Topitec und Unguator gleich waren. ( Rührzeit: 2 min; Rührgeschwindigkeit: 1000 ) Bei der Herstellung von Hand haben wir einmal 2 Minuten und einmal 4 Minuten gerührt. Mit jeder Methode (Topitec, Unguator und von Hand ) haben wir je drei verschiedene Salben hergestellt. Einmal wurde der Wirkstoff auf den Boden des Gefäßes gegeben, einmal auf die Salbengrundlage und einmal in die Mitte der Salbengrundlage ( Sandwich ). Damit wollen wir vergleichen welche Auswirkungen dies auf die Mischungshomogenität hat.
Verwendete Materialien:
• Fantaschalen
• Pistille
• Große Spatel
• Bechergläser
• Vollpipetten
• Kartenblätter
• Alufolie
• Kruken
• Messkolben
• Filterpapier
Verwendete Substanzen:
• Vaseline, Chargenbezeichnung:
• Salicylsäure, Chargenbezeichnung:
• NaOH –Plättchen, Chargenbezeichnung:
• Aqua dest. Aus dem Hahn
Verwendete Geräte:
• Unguator
• Topitec
• Waage
• Photometer
• Trockenschrank
Die fertigen Salben werden nun mit Hilfe der Spenderdosen in „Wurstform“ auf Alufolie ausgedrückt. Anschließend werden die Stränge vermessen und jeweils bei 0, 20, 40, 60 und 100% ein Gramm entnommen und in einen Erlenmeyerkolben überführt. Hierzu gibt man 0,1 M NaOH
(Menge siehe Tabelle) und wiegt die Gefäße. Die mit Parafilm verschlossenen Gefäße werden über Nacht bei 50 °C in den Trockenschrank gestellt. Leider, waren die von Hand und mit Unguator gerührten Proben unbrauchbar, da sich der Parafilm über Nacht zersetzt hat. Darauf hin haben wir drei neue Unguator Proben hergestellt und die von Hand gerührten Salben verworfen. Die Werte der neu hergestellten Unguatorproben entsprechen den Werten in der obigen Tabelle. Nach Abkühlen der Proben haben wir die Gefäße erneut gewogen. Normalerweise müsste das verdunstete Wasser wieder ergänzt werden, die Differenz war jedoch so gering, dass wir diesen Schritt übersprungen haben.
Diskussion
Die Standardabweichungen beim Unguator mit Wirkstoff oben bzw. in der Mitte liegen zwischen 6 und 7%. Die Mischungshomogenität dieser Salben ist also ungefähr gleich. Auffällig ist der Wert von 35,10% bei Verwendung des Unguators mit Wirkstoff unten. Der Wirkstoff wurde von dem Unguator also nicht gleichmäßig von unten nach oben verteilt.
Die Standardabweichungen beim Topitec liegen zwischen 4 und13%. Bei der Herstellung mit dem Wirkstoff am Boden war die Standardabweichung am geringsten (4,71%), in der Mitte betrug sie 9,77% und oben 12,83%. Die Homogenität bei der Salbe mit dem Wirkstoff am Boden war also am besten gewährleistet. Dies ist nicht verwunderlich, da der Rührer beim Topitec von unten nach oben rührt. Der Unguator mischt hingegen von oben nach unten, was erklärt, dass die Verteilung am Boden am schlechtesten war. Trotz des Ergebnisses, welches der Topitec geliefert hat, ist es erfahrungsgemäß am sinnvollsten den Wirkstoff in der Mitte der Salbengrundlage zu platzieren, um größt mögliche Homogenität zu erhalten.
Bei allen Salbenzubereitungen, außer bei der mit dem Unguator und Wirkstoff in der Mitte hergestellten Salbe, kann man beobachten, dass die ermittelte prozentuale Wirkstoffmenge teilweise Werte über 100% annimmt. Dies kann daran liegen, dass sich der Wirkstoff nicht gleichmäßig verteilt hat, so dass sich an manchen Stellen kleine Wirkstoffagglomerate gebildet haben. Misst man nun an genau dieser Stelle die Absorption, ist diese natürlich enorm hoch. Abschließend kann man sagen, dass die Verwendung des Topitecs durchschnittlich sinnvoller ist um eine möglichst hohe Homogenität zu erreichen.
Fehlerdiskussion
Bei der Durchführung dieses Versuches gibt es viele Fehlerquellen, die unser Ergebnis beeinflusst haben könnten:
● Wägefehler bei der Einwaage von Salicylsäure und Vaseline
● Ungleichmäßig dicke Salbenstränge
● Verdünnungsfehler ( die Probe musste stark verdünnt werden um das Lambert-Beersche Gesetz einzuhalten )
● Verlust beim Überführen in andere Gefäße
● Temperatur im Trockenschrank betrug 60 °C anstelle der vorgeschriebenen 50 °C
● Eventuell keine vollständige Herauslösung des Wirkstoffes aus der Probe
(dies führt zu einer niedrigeren Absorption und somit zu einem geringeren Gehalt )
● Eventuelle Ungenauigkeiten des Photometers ( z.B konnten wir an den drei Versuchstagen nicht immer am gleichen Photometer arbeiten )
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Quellen:
– Ph.Eur. 6.0
– Voigt R.; 2010; Pharmazeutische Technologie; 11. Auflage; Stuttgart; Deutscher Apothekerverlag,
DAV
– Bauer, Frömming, Führer; 2006; Lehrbuch der Pharmazeutischen Technologie; 8. Auflage;
Stuttgart; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbf
– Praktikumsskript
– Hunnius, pharmazeutisches Wörterbuch; 9.Auflage; Gruyter
– Mäder,Weidenauer;2010; Innovative Arzneiformen;Stuttgart; Wissenschaftliche
Verlagsgesellschaft mbf