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Jun 13

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Antineoplastische Pharmaka (Zytostatika)

Ein Tumor bzw. eine Neoplasie, ist die Bezeichnung für Neubildung von Körpergewebe. Es gibt gutartige (benigne) und bösartige (maligne) Neoplasien. Der maligne Tumor ist der Auslöser für die Krankheit Krebs.

Problem der Bekämpfung der Tumoren

Viren, Bakterien oder Pilze kann man heutzutage, sehr effektiv, aufgrund ihrer unterschiedlichen Bauweisen und Bestandteile bis zur kompletten Heilung bekämpfen. Natürlich kommt es im Einzelfall auf den Erreger an. Die Krankheit AIDS, welches ausgelöst wird vom HI Virus, ist bis zum heutigen Tag nicht heilbar, jedoch stark verzögerbar. (Siehe HIV Artikel)

Die Schwierigkeit beim bekämpfen von Krebs liegt darin, dass man die Eigenen Körperzellen bekämpfen muss, die sich im Aufbau und Bestandteilen nahezu identisch sind. Es ist also für das eingesetzte Medikament schwer, gesunde und kranke Körpereigene Zellen zu unterscheiden. Ein wichtiges Unterscheidungskriterium ist jedoch die schnelle Proliferationsrate, also das Wachstum und die Vermehrung der Krebszellen im Vergleich zu den gesunden Zellen. Zytostatika sind Zellschädigende zytotoxische Substanzen. Das Ziel ist die Zellteilung (Mitose) anstrebenden Zellen zu treffen, bevorzugt werden rasch teilende bösartige Zellen. Zellen mit geringer Mitoseaktivität bleiben weitgehend unberührt.

Wie entsteht Krebs?

Jeder Mensch hat Protoonkogene – bisher sind mehr als 100 bekannt. Protoonkogene sind Genabschnitte, die z.B.: für das Zellwachstum, die Zellteilung und Zelldifferenzierung zuständig sind. Durch schädliche Einflüsse, wie z.B.: onkogene Viren, chemische Kanzirogene oder ionisierte Strahlung, entwickeln sich Protoonkogene, durch z.B.: Mutation, zu Onkogenen, die eigentlichen Krebsgene. Bei den Onkogenen ist die Apostose, also der Zelltod abgeschaltet und der Zellwachstum gesteigert durch eine erhöhte Telomeraseaktivität. Meistens kann der Körpers diese Onkogene reparieren bzw. eliminieren, ohne das es weitere Auswirkungen auf den Organismus hat. Ist das Gleichgewicht jedoch gestört und die Elinimationsleistung des Körpers weit unter der bösartigen Gewebsneubildung, so entsteht Krebs.

Stand der Wissenschaft

Krebs ist heute nicht mehr unbedingt gleich ein Todesurteil. Es kommt vor allem auf das Stadium und Ort des Tumors an, deshalb ist eine Früherkennung viel wichtiger und effektiver als die eigentliche medikamentöse Therapie. Erfreulicher Weise hat sich die Krebsforschung in den letzten Jahren sehr stark entwickelt. Man kann zwar heute noch nicht alle Krebsarten heilen, aber zumindest die Progression, also das voranschreiten der Krankheit stark verlangsamen. Dank der immensen Fortschritte in der Forschung hat sich auch die Lebenserwartung für Krebspatienten erheblich gesteigert. Fast jeden Monat, ja sogar täglich berichten Onkologische Studien, Reviews sowie Journals über neue Erkenntnisse und Therapiemöglichkeiten. Die neuesten Entwicklungen können sie auf dem englischsprachigen Datenbankhost Pubmed einsehen.

Krebszellen verhalten sich asozial

Krebszellen sind infiltrierend, destruierend und metastasierend. Damit Krebszellen weiter wachsen können, brauchen sie mehr Nährstoffe und vor allem Sauerstoff. Dieses wird von umliegenden gesunden Zellen entzogen. Gesunde Zellen gehen dadurch zu Grunde und der Tumor wächst weiter. Jedoch gibt es auch hier viele neue Therapieansätze und Möglichkeiten. Ein Beispiel ist Bevacizumab. Bevacizumab (Avastin) ist ein humanisierter, monoklonal-rekombinanter Antikörper und wird zur Behandlung von Patienten mit altersabhängiger Makuladegeneration am Auge und metastasiertem Kolon- oder Rektumkarzinom angewendet. Dieser Antikörper blockiert den Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) – einen Wachstumsfaktor der für die Gefäßneubildung (Angiogenese) zuständig ist. Die Gefäßneubildung wird unterbunden, somit geht die Krebszelle, mangels Blut und Sauerstoff zu Grunde.

Therapieformen

Kurative Therapie

Beseitigung aller maligner Zellen
Therapiebedingte NW werden in Kauf genommen
Wohlbefinden des Patienten wird in Hintergrund gerückt

Palliative Therapie

Wachstum der malignen Zellen bremsen
Leben des Patienten verlängern –>Anstreben von hoher Funktionsfähigkeit und hoher Lebensqualität

Nebenwirkungen von Zytostatika

Haarausfall (Haarfolikel-Zellen)
Magen-Darm-Störungen (Diarrhoe) –> Tod der Darmepithel-Zellen
Übelkeit, Erbrechen (Erregung der Chemorezeptoren der Area postrema)
Infektionsneigung durch geschwächtes Immunsystem
Knochenmarksdepression (Nachlieferung der Blutzellen gestört) Granulozyten (kurzlebig) –>Thrombozyten –> Erythrozyten (Anämie)
Unfruchtbarkeit (Unterdrückung Spermatogenese)
Mutagene Wirkung (DNA-Stoffwechsel gestört –>Erbgut)

Therapievarianten

Kombinationstherapie: Steigerung von Wirksamkeit/Verträglichkeit –>komplexe Therapieschemata

Alkylantien

Cyclophosphamid, Chlorambucil (N-LOST-Derivate)

Platin-Verbindungen

Cisplatin, Carboplatin, Oxaliplatin
Quervernetzung der DNA durch Bindung mit Adenin und Guanin

Antimetaboliten – Einschleusung falscher Bausteine

Mitose-Hemmstoffe (Spindelgifte)

–> Schädigung der Mitosespindel (zieht verdoppelte Chromosomen auseinander, bevor Zelle sich teilt)
Palitaxel [Taxoide] (Eibe)
Hemmt Abbau der Mikrotubuli –> behindert Wiederverwertung

Docetaxel = halbsynthetisches Taxoides Derivat
Vinca-Alkaloide –> Vincristin, Vinblastin

Topoisomerase-Hemmstoffe

Etoposid, Tenoposid

Interaktion mit Topoisomerase II (spaltet, lagert um, verschließt DNA) –> Hemmung des Wiederverschlusses –> Strangbrüche

Dihydrofolsäure-Reduktase Hemmung
(hemmt Bildung von THF –> von Purin-Basen)
Methotrexat

Zytostatische Antibiotika – Bleomycin, Daunorubicin, Doxorubicin
Einlagerung in DNA-Doppelstrang –> Strangbrüche

Neuartige Zytostatika – Target Drugs – Signalwege der Zellproliferation – Angriff spez. Stoffwechseleigenschaften

Tyrosikinase-Rezeptor Hemmer (*nib´s)

Sunitnib  Indikation: Nierenzellkarzinom

Imatinib  CML = chronische myeloische Leukämie (gentischer Defekt Stammzellen)

Philadelphia-Chromosom (Austausch) –> Bildung spez. Tyrosinkinase-Mutante –> Imatinib greift besonders diese Tyrosinkinase-Variante an

Monoklonale Antikörper (*mab´s)
Rituximab, Alemtuzumab, 90 Y-Ibritiumomab-Tiuxetan, Gemtuzumab

Hemmung der Angiogenese

Bevacizumab –> Angiogenese-Inhibitor (Darm-Brustkrebs – Koloncarzinom)
Angiogenese aber wichtig für Reparationsvorgänge
NW: Magen-Darm-Perforation, Blutung …

Hemmung von Wachstumssignalen

Trastuzumab, Cetuximab
Rezeptoren von Wachstumsfaktoren wie HER2/EGFR werden blockiert
Trastuzumab –> monoklonaler Antikörper
HER2 Angriff – Mamma-Karzinom
Rezeptorblockade – Signaltransduktion gehemmt

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