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Okt 03

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Maßnamhen bei Vergiftungen

Ein sehr wichtiges Thema sind Maßnahmen die bei Vergiftungen vorgenommen werden sollten. Für raschen Rat sollte man sich an die Giftzentralen wenden. Die Telefonnummern sind in jeder Apotheke oder auch in der „Roten Liste“ verfügbar.  Für den Fall der Fälle werden folgende Ziele, bzw. Schritte in Erwägung gezogen:

  1. Entfernung des Giftes aus dem Körper: Beispielsweise durch Erbrechen, aber nicht immer da das Erbrechen bei einigen Fällen kontraindiziert ist (Typisches Beispiel: Vergiftung eines Kindes mit Spülmitteln –> zusätzliche Aspirationsgefahr beim Erbrechen)
  2. Inaktivierung des Giftes, z.B.: mit einem Chelatbildner (Komplexierung)
  3. Einsatz eines Gegenmittels / Antidot gegen Giftwirkung, z.B.: hochdosierte Glucocorticoide bei Rauchgasvergiftungen

[notice]Hinweis: Artikel ist noch in Arbeit[/notice]

Generell gilt: Viel trinken, damit zum einen etwas erbrochen werden kann und das Gift verdünnt wird.

zu 1). Auslösen von Erbrechen

Möglichkeiten mit dem man ein Erbrechen auslösen kann sind: Ipecacuanha-Sirup, gesättigte Kochsalzlösung oder Apomoprhin i.v mit alpha1-Aognisten: Etilefrin oder Norphenefrin und weitere Maßnahmen.

1.1 gesättigten Kochsalz Lösung p.o.

Zuerst die Herstellung der ges. Kochsalzlösung :1-3 Esslöffel auf 200 ml Wasser geben und auflösen,  dieses ergibt eine ca. 15%  gesättigte Kochsalzlösung. Wirkprinzip: Eine hohe NaCl-Konzentration an  der Magenschleimhaut führt zu reflektorischem Erbrechen.

  • Nachteil: Sollte kein Erbrechen auftreten führt dies selber zur Vergiftung. Dann hilft nur eins: den Magen auspumpen.   Deshalb ist diese Methode bei Kindern und Säuglingen kontraindiziert und sogar auch bei Erwachsenen problematisch.

1.2 Apomorphin Injektion sub cutan oder intramuskulär + Etilefrin oder Norphenefrin

Apomorphin muss laut Apotheken Betriebsordnung (gekühlt) als Emetikum gehalten werden. Bei Apomoprphin (D2-Agonist) Gabe werden die Dopaminergen Rezeptoren in der Area Postrema  erregt. Dies führt zu einem massiven Blutdruckabfall, deshalb sollte hier neben Apomoprhin auch ein alpha1 Agonist, wie Etilefrin oder Norphenepfrin dazu gegeben werden. Apomoprhin hat bei höheren Dosierungen auch opioidartige Nebenwirkungen wie Atemdepression, deshalb sollte Naloxon als Sicherheit bereit stehen. Wichtiger Hinweis: Es sollte  genügend getrunken werden, damit überhaupt was erbrochen werden kann.

  • Fazit: spielt bei der Notfallmedizin eine sehr untergeordnete Rolle.

1.3 Ipecacuanha Sirup per Oral

Dieser Sirup wird aus der Brechwurzel hergestellt  – die Vorschrift findet man im NRF 19.1 ( Brecheregender Sirup; Sirup Emeticus).  Der Wirkstoff beim Ipecacuahna Sirup ist da Alkaloid Emetin. Emetin wirkt an der Magenschleimhaut und löst reflektorisch Erbrechen aus.Haltbar ist der Sirup jedoch wneiger als 1 Jahr.

  • Nachteil: ein Erbrechen dauert sehr lange. Bei Überdosierung wird die quergestreifte Muskulatur (Herz- und Sklettmuskulatur) geschädigt.
  • Vorteil: Einsatz ist auch bei Kleinkindern möglich.

Dosierempfehlung:

  • Kinder und Erwachsene ab 4 Jahre 30 ml
  • Kinder 1,5 – 4 Jahre 15 ml
  • Kinder unter 1,5 Jahre 10 ml
  • Kinder und Säuglinge unter 9 Monate 5 ml
  • Fazit: relativ gute Verträglichkeit. Das Erbrechen sollte in 15 – 20 Minuten eintreten. Sollte kein Erbrechen eintreten, empfiehlt es sich eine weiter Gabe de Sirups nach 30 Minuten. Sollte dann auch kein Erbrechen erfolgen muss wieder eine Magenspülung aushelfen.Wichtig auch hier: Viel trinken.
  • In den USA gibt es ein zugelassenes FAM unter dem Namen Ipecac™.

1.4 weitere Maßnahme:

Zeigefinger unter Backenzahn und Finger in den Hals drücken –> reflektorisches Erbrechen wird auslöst.

1.5 Kontraindikation beim Erbrechen

1.5.1 Bei Säuren und Laugen

  • Säuren: Denaturierung von Proteinen, Koagulationsnekrose in Geweben mit hohem Proteinanteil, Gewebeverhärtung
  • Laugen: Kolliquationsnekrose: Gewebeschädigung unter Verflüssigung des Gewebes -> tiefgreifende Gewebezerstörung
  • Stenosen der Speiseröhre: Narben, Strukturen

1.5.2 Spülmittel:

Wegen Schaumbildung im Mund besteht Gefahr der Einatmung des Schaumes. Aspirationsgefahr = Einatmung in die Lunge. Der Kehlkopf ist ein Verschlußapparat zwischen Luft- und Speiseröhre. Lösemittel oder Schaumbildner deren Oberflächenaktivität herabgesetzt sind können nicht genügend zurückgehalten werden. Somit können Flüssigkeiten in die Lunge gelangen und dort schwere Lungenentzündungen herbeirufen. Erbechen unbedingt vermeiden da es dann zum zweiten mal zur einer Aspirationsgefahr kommen kann.

1.5.3 Schläfrigkeit des Betroffenen, Bewusstseinstrübung

Erbrechen funktioniert nur wenn Betroffener Wach und eigene Reflexe gut funktionieren. Auch hier Aspirationsgefahr.

1.5.4 Betroffene mit Krampfneigung: Epileptiker

1.5.5 Schwangere

1.5.6 Patienten mit Herzinsuffizienz, Ateminsuffizienz

1.5.7 Organische Lösemittel –>  Gefahr das organische Lösemittel in die Atemwege gelangen können. Beispiel: Bei Paraffinum subliquidum: Lipidpneumonie. Paraffin kann vor Ort nicht metabolisiert werden –> Phagozytose und Entzündungmechanismen werden aktiviert, dies führt zu Lipidpnemonie

2. Magenspülung

Gifte wie Opiate, Atropin und Arzneimittel verlängern die Magenentleerung, deshalb sollte man eine Magenspülung auch viele Stunden danach in Erwägung ziehen. Schlauch wird über Mund, Rachen bis in Speiseröhre eingeführt. Spülung mit physiologischer Natrimchlorid Lösung (200 ml) portionsweise anschließen: Aussaugung, mehrere Zyklen, solange bis keine Tabletten oder Giftreste mehr vorhanden sind.

  • Nachteile: Spülmittelflüssigkeitsbedarf: 10 -20 Liter sehr aufwendig, dauert viele Stunden
  • Gefahren: Kreislaufstillstand, Vagus Stillstand (Überaktivität des Parasympathikus), –> Magenmuskulaur wird angespannt durch Aktivität des Parasympathikus –> Prämedikation mit Atropin möglich.
  • nach  Magenspülung kann der Spülflüssigkeit  ca. 1 g/KG Mischung aus Carbo medicinalis( Aktivkohle) oder Na2SO4-Lsg zugesetzt werden.
  • Funktion: Absorption verbleibener Giftreste; NaSO4 Laxans –> Vermindert Kontakt des Giftes mit Schleimhaut und schnellere Pasage. Carbo medicinalis hat eine Hohe Absortpionskraft 1 g absorbiert 1g Strichnin !


1.6 Giftkontakt mit Haut

Macrogol 400 ist selber schlechtlöslich–> reibt Stoffe von der Haut ab

Bei Gift im Auge: 15 Minuten Augenspülung

1.7 Forcierte Diurese

Durch eine forcierte Diurese lassen sich de Gifte, renal also durch die Niere ausscheiden. Eingesetzt werden kann das Schleifendiuretika Furosemid ( Infusion, i.v.) oder auch Mannit-Lsg (15%).Der Elektrolytverlust muss ersetzt werden. An einem Tag werden 20 -25 Liter umgestezt. Der Harn wird gesammelt und der Verlust der Elektrolyte wird ausgerechnet und  ersetzt. Der pH-Wert des Urins muss je nachdem ob es sich bei dem Gift um eine Base oder Säure handelt eingestellt werden, denn das Gift darf nur in geladener, also in hydrophiler Form vorliegen. Damit wird auch die tubuläre Rückresorption des Giftes unterbunden und die Ausscheidung schneller vorangetrieben. Ist das Gift also basisch muss der Harn vorher angesäuert werden. Dieses geschieht Beispielsweise mit Ammoniumchlorid, welches für eine hohe Protonenkonzentration sorgt und die Base in die geladene Form überführt. Wäre das Gift jedocheine Säure, so muss der Harn basisch eingestellt werden, beispielsweise mit Natriumcitrat.

Beispiele: Einfluss auf den ph-Wert: Morphin und Amphetamine sind  Saurer ; Barbitursäure ist  basisch

Adsorption an Aktivkohle ( Carbo medicinalis)

Bei oral aufgenommenen Giften: Kohle hat eine große Oberfläche und absorbiert somit die Gifte. Nachteil: man braucht große Mengen von Kohle.

2. Spezielle Vergiftungen und jeweilige Antidote

2.1 Chelatbildner

Chelatbilder werden vor allem bei Metallvergiftungen einsetzt. Hier kann beispielsweise gezielt die Affinität der Schwermetallen zu den SH Gruppen ausgenutzt werden. Vorsicht: Chelatbildner müssen renal ausgeschieden werden. Dabei kommt es zur Aufkonzentrierung im Harn und wichtige Spurenelement  könnten verloren gehen und eine Nierenschädigung auftreten.

  • Antidota: EDTA hat vor allem bei Blei Ionen eine  sehr hohe Affinität ,  oder Na+ / Ca2+ Salze
  • Calcliumpenetat
  • Deferrioxamin ( Komplizierung von Eisen)
  • D-Penecillamin (Komplexierung von Kupfer)

2.2 Cyanid- Vergiftung (Cyankali-Vergiftung) HCN= Blausäure

Blausäure ist eine Farblose leicht flüchtige Flüssigkeit. Bereits 50 mg Einatmung von Blausäure oder  70mg KCN (Cyankali)sind lebensbedrohlich und der Tod tritt sehr schnell ein. Bei der Einatmung schneller als die Orale Einnahme von Cyankali, welches im Magen durch die Magensäure zu Blausäure freigesetzt. wird  Göbbels starb auch an Cyankali Vergiftung (Selbstmord). Der Tod kann aber auch verzögert, nach einigen Tagen auftreten. Beispielsweise durch innere Blutungen.

Wirkmechanismus: Nimmt man per Oral KCN ein wird dieses im Magen zu HCN umgewandelt. Dieses HCN wird rasch resorbiert. Es entsteht dann das toxische Agens CN-, welches in die Atmungskette eingreift. Die Sauerstoff Verwertung der Zelle, vor allem in den Cytochrom Oxidase wird unterbrochen. Etwa detaillierter:  ATP Bildung innerhalb der Zellen funktioniert nicht mehr richtig und die Zelle geht zugrunde. — > Zelltoxizität

Symptome: rosige Hautfarbe wegen dem Oxyhämoglobin im venösen Blut, Erstickung, Erbrechen,  Kopfschmerzen, Angstgefühl, dann Atemstillstand. Subjektive: Gefühl des Erstickens. Frequenz und Atemtiefe steigen. ( Zellen geben Signal an Atemzentrum)

  • Erbrechen
  • Krämpfe (ZNS-Vorgänge) inhibitor. Neurone empfindlicher und werden als Erstes geschädigt
  • Atemlähmung

Maßnahmen:

  • 1. Wahl ist DMAP: unverzüglich behandeln mit DMAP (Dimethylaminphenol) ist ein Methämoglobinbildner. Es wird parenteral verabreicht. Es entsteht aus Fe 2+-Hämogloin –> Fe3+-methämoglobin. Durch da Methämoglobin wird Cyanid abgefangen. Bis zu 30 % methämoglobin Anteil sind für uns nicht so gefährlich.  CAVE nicht zu viel DMAP da dann auch die l Methämoglobin Konzentration steigt.
  • Vitamin B12a: Hydroxocobalamin: CN- bindet sich an Cobald.  Vorteile sehr gut verträglich, aber keine Überdosierung möglich
  • Natriumthiosulfat: Schwefelgruppe fördert mit Rhodanid-Synthetase die Entgiftung von CN- zu Rhodanid (in der Leber). Wichtig alleinige Gabe ist nicht ausreichend.

2.3 Methämoglobin Bildner (Blutgifte)

Stoffe sind zum Beispiel organische Nitrate, Amine, Nitrite oder auch Salpetersäure.  Nitrite kommen auch in der Nahrung vor. Anilin und Nitrobenzol werden im Körper zum eigentlichen Methämoglobin Bildner Nitrosobenzol gegiftet. Nitrat-Ionen selber bilden kein Methämgl., werden aber zu Nitrit-Ionen umgewandelt. Säuglinge sind besonders gefährdet ,da diese noch nicht genügend Abbauenzyme herstellen können. Ein  Methämoglin Gehaalt von 60% bedeutet lebensgefahr Die Ersten Symphtome  schon ab einem Gehalt von 10 -20 % Methämoglobin auf.  –> Kurzluftigkeit beikörperlicher Belastung. MEthämoglobin selber hat eine Braune Farbe.

Antidot: Toluidinblau reduziert Methämgl. zurück zu Hämoglobin. –> Blaufärbung des Vergifteten.

2.4 Ethanol und Methanol

Methanol ist viel Giftiger als Ethanol. Allein durch ihre Metaboliten. Hier wird der Artikel bald weiter geschrieben….

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