Muskelrelaxantien und die Motorische Endplatte

1). Einleitung

Motorische Endplatte gehört zu dem willkürlichen Nervensystem und überträgt Erregung von Nervenfaser auf Muskelfaser.

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Grober Ablauf:

1.Aktionspotenziale bewirken die Öffnung von spannungsgesteuerten Calciumkanälen.

2.Einströmende Ca2+-Ionen veranlassen die Verschmelzung der ACh (Neurotransmitter) enthaltenden Vesikel mit der Membran –> Ach Freisetzung

3. ACh bindet an Rezeptoren in postsynaptischen Membran der Muskelzelle, wodurch sich die Ionenkanäle dieser Rezeptoren öffnen. –> AP

4. Das Aktionspotential dringt über transversale Tubuli ins Zellinere –> Erhöhung intrazelluläre Ca2+ Ionen –> Bindung an Troposinmoleküle –> Kontraktion der Muskulatur.

Nikotinische Ach-Rezeptoren
Acetylcholinrezeptor = nikotinerger Acetylcholinrezeptor. Besteht aus fünf Untereinheiten als eine Pore angeordnet.

2). Muskelrelaxatien

Anwendung bei: Operationen mit längerer Narkose und Vergiftungen mit Strichnin (Krampfgift) und Tetantustoxin.

Stichnin: hemmender Effekt des Glycins (inhibitorischer Transmitter) wird unterbunden –> Erregung

CAVE: Lähmung der Atemmuskulatur, deshalb Narkose immer mit zusätzlicher künstliche Beatmung.

– Muskelrelaxantien sind nicht ZNS Gängig, deshalb ist der Patient hellwach. Zuerst muss die Narkose erfolgen, damit der Patient die Atemlähmung nicht mitbekommt.

2.1 Wirkmechanismen

Es gibt zwei Mechanismen, die die Funktion der Motorischen Endplatte unterbrechen können

1. Depolarisierende M.
2. Nicht-depolarisiernde M.

Agonisten sind die zunächst ein Aktionspotential auslösen, aber dann länger am Rezeptor gebunden bleiben und die Endplattenmembran depolarisierend halten. Antagonisten sind die den Rezeptor blockieren – keine Weiterleitung des Aktionspotentials

2.1.1 Depolarisiernde M.

Suxamethonium bzw. Succinyldicholin

Von Struktur her Doppeltes Ach besitzt. Affinität zu den nicot. ACh Rezeptoren.

Kann durch die spezifische AcH-Esterase nicht so schnell abgebaut werden. Vergleich ACh wird in 1-2 Sekunden abgebaut. Suxamethonium bleibt 5-10 Minuten erhalten.

grober Ablauf:

1. ACh und Suxamethonium Bindung an Rezeptor.

2. Depolarisation & Aktionspotential –> Kontraktion der Muskelfaser

Suxam. Löst sich nicht schnell vom Rezeptor –> weitere Auslösung eines Aktionspotenatial nicht möglich, da die Endplatte vorher wieder repolarisieren muss. Durch eine Dauerdepolarisation (Übererregung) kommt es schließlich zur Muskellähmung. Es werden Muskelzuckungen beobachtet.

NW: RR Erhöhung, Tachykardie
CAVE: Neostigmin ist hier kein Antidot, da auhc Suxamethonium nicht abgebaut wird – führt eher zur Wirkverstärkung

2.12 Stabilisierende M. bzw. Nicht Depolarisiernde M.

Stoffeigenschaften: Wasserlösliche, quaternäre Stickstoffverbindungen mit voluminösen Molekülaufbau

d-Tubocurarin Komp. Antagonist des Ach. Histaminfreisetzung, Blutdrucksenkung 4-6 80-120

Alcuronium 2-4 20-30
Mivacurium 2-4 10-20
Vercuronium 2-4 30-40
Rucoronium 1-2 120-180
Sugammex Mod. Cyclodextrin

Antidot: Neostigmin Hemmt die Ach-Esterase, dadurch steigt die ACh Konzentration, Kompetitiver Wettbewerb um die Rezeptoren –> Wirkverkürzung von Tubocurarin.

2.1.3 Weitere M.

Botulismus-Toxine aus Chlostridium botulinum und Mg 2+ hemmen Verschmelzung der ACh Vesikeln mit der Membran –> Keine Freisetzung von ACh. Anwendung –> Lidkrämpfen, Blepharmospamus

Dantrolen greift in die Elektromechanische Kopplung ein = hemmt die Calciumfreisetzung

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